Google Workspace · Offboarding

Mitarbeiter ausgeschieden: E-Mail, Daten und Konto in Google Workspace.

Wenn jemand das Unternehmen verlässt, entscheidet die Reihenfolge: erst Zugänge sperren, dann Daten übergeben, dann das Konto archivieren oder löschen. So bleiben Dateien, Termine und Kundenkontakte im Unternehmen.

Sören Kotte4 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Was am Konto hängt
  2. Ablauf und Checkliste
  3. Die E-Mail-Adresse
  4. Drei Fehler
  5. Zugriff aufs Postfach
  6. Häufige Fragen

Kurz gesagt

Löschen Sie das Konto nicht sofort. Am letzten Tag sperren Sie die Zugänge, danach übertragen Sie die Daten, leiten die Adresse um und geben nach der Frist die Lizenz frei.

  • Zugänge am letzten Tag schließen: Passwort, Sitzungen, Geräte, App-Zugriffe
  • Drive, Kalender und Looker Studio an Kollegen übertragen, E-Mails gesondert sichern
  • die Adresse per Abwesenheitsnotiz oder als Alias einer Gruppe weiterführen
  • vorher klären, wer ins Postfach darf

Der letzte Arbeitstag ist ein Termin für die IT

Ein Konto, das einfach weiterläuft, ist ein offenes Fenster. Ein Konto, das zu früh gelöscht wird, nimmt Angebote, Kundenordner und Termine mit. An einem Nutzerkonto in Google Workspace hängt deutlich mehr als das Postfach:

Postfach, Adresse und Aliaseeigene Drive-Dateien Freigaben nach außenKalender und Serientermine Gruppenmitgliedschaftenangemeldete Geräte App-Passwörter und Drittanbieter-AppsAdmin-Rollen
Sperren ist nicht Löschen. Ein gesperrtes Konto kann sich nicht mehr anmelden, die Daten bleiben erhalten. Google berechnet es aber wie ein aktives. Die Lizenzkosten enden erst mit dem Löschen oder dem Wechsel auf eine Archived-User-Lizenz.

Google Workspace Offboarding in drei Schritten

So gehen wir vor, angelehnt an die Empfehlungen in Googles Admin-Hilfe.

  1. Zugänge schließen, am letzten Tag

    • Passwort zurücksetzen, Nutzer auf allen Geräten abmelden
    • Bestätigungstelefon und Wiederherstellungsadresse prüfen
    • App-Passwörter und Drittanbieter-Zugriffe (OAuth) widerrufen
    • dienstliche Daten von Mobilgeräten entfernen
    • Admin-Rollen entziehen, aus Gruppen entfernen
    • Dienste außerhalb von Google sperren, die über das Konto liefen
  2. Daten übergeben

    • Drive-Dateien, Kalender und Looker Studio per Datenübertragung an einen Kollegen
    • Teamtermine in einen gemeinsamen Kalender, Ablagen in eine geteilte Ablage
    • E-Mails gesondert sichern: Vault (je nach Edition), Archived User oder Export
  3. Über das Konto entscheiden

    • Abwesenheitsnotiz oder Umleitung der Adresse einrichten
    • archivieren, wenn Daten aufbewahrt werden müssen, sonst löschen
    • vor dem Löschen bedenken: Wiederherstellung laut Google nur 20 Tage
    • Lizenzanzahl anpassen, damit keine Kosten weiterlaufen

Was mit der E-Mail-Adresse des ehemaligen Mitarbeiters passiert

Kunden schreiben weiter an die alte Adresse. Ob diese Mails ankommen, wer sie liest und wie lange, sollte vorher entschieden sein.

OptionSinnvoll, wennAchtung
AbwesenheitsnotizAbsender den neuen Ansprechpartner erfahren sollen, ohne dass jemand mitliestbefristen, das Konto bleibt so lange bestehen
Alias einer Gruppedie Adresse nach dem Löschen weiterlaufen soll, etwa an vertrieb@erst nach dem Löschen des Kontos möglich
Delegierenein Kollege Vorgänge im Postfach weiterführen mussmacht Alt-Post sichtbar, auch private, nur nach Klärung

Für die Zukunft gilt: Funktionsadressen statt Namen nach außen geben.

Drei Fehler, die wir beim Ausscheiden oft sehen

  • Das Konto bleibt einfach aktiv

    Das Passwort kennt noch die ehemalige Mitarbeiterin, das Smartphone synchronisiert weiter, die Lizenz wird jeden Monat bezahlt. Monate später weiß niemand mehr, warum das Konto existiert.

  • Das Konto wird sofort gelöscht

    Ohne vorherige Übertragung verschwinden eigene Drive-Dateien und Serientermine, Freigaben an Kunden laufen ins Leere. Nach 20 Tagen lässt sich nichts mehr zurückholen.

  • Zugänge außerhalb von Google bleiben offen

    Wer sich bei anderen Diensten mit seinem Google-Konto angemeldet hat, verliert dort oft erst den Zugang, wenn auch diese Dienste geprüft sind. Eine Liste der genutzten Werkzeuge hilft.

Zugriff auf das Postfach: erst klären, dann umsetzen

Entscheidend ist, ob die private Nutzung der dienstlichen E-Mail erlaubt oder geduldet war. Ist sie verboten, ist das Postfach dienstlich. Ist sie erlaubt, können private Nachrichten darin liegen, und der Zugriff wird deutlich schwieriger.

Die Konferenz der Datenschutzaufsichtsbehörden (DSK) hat dazu eine Orientierungshilfe zur Nutzung von E-Mail und Internet am Arbeitsplatz veröffentlicht. Bewährt hat sich: die Regel zur privaten Nutzung schriftlich festhalten, Kontakte rechtzeitig über den neuen Ansprechpartner informieren und geschäftliche Unterlagen vorher in gemeinsame Ablagen legen.

Arbeitsrecht und Datenschutz vorher klären. Wir sind IT-Dienstleister und geben keine Rechtsberatung. Fragen Sie im Zweifel Ihren Datenschutzbeauftragten oder eine Rechtsberatung, bevor jemand Einsicht nimmt. Wir setzen technisch um, was Sie entschieden haben.

Häufige Fragen

Was passiert mit der E-Mail-Adresse eines ehemaligen Mitarbeiters?

Das entscheiden Sie. Üblich ist eine befristete Abwesenheitsnotiz mit neuem Ansprechpartner. Alternativ wird die Adresse nach dem Löschen des Kontos als Alias einer Gruppe oder eines Kollegen weitergeführt. Welche Variante bei Ihnen zulässig ist, hängt unter anderem davon ab, ob die private Nutzung des Postfachs erlaubt war.

Gehen Dateien verloren, wenn wir den Nutzer löschen?

Ja, wenn sie vorher nicht übertragen wurden. Beim Löschen bietet die Admin-Konsole an, Daten aus Drive und Docs, Kalender und Looker Studio an ein anderes Konto zu übertragen. Dateien im Papierkorb und E-Mails werden über diesen Weg nicht mitgenommen. Laut Google lässt sich ein gelöschter Nutzer bis zu 20 Tage lang wiederherstellen.

Kostet ein gesperrter Nutzer weiter Geld?

Ja. Ein gesperrtes Konto wird laut Google genauso berechnet wie ein aktives. Die Kosten enden erst, wenn das Konto gelöscht wird. Wer die Daten behalten muss, kann je nach Edition auf eine günstigere Archived-User-Lizenz umstellen.

Ist Google Drive ein Backup der Daten ausgeschiedener Mitarbeiter?

Nein. Drive hat Versionsverlauf und Papierkorb, aber keine festen Aufbewahrungsfristen. Gibt es Aufbewahrungspflichten, braucht es Google Vault (je nach Edition), eine Archived-User-Lizenz oder eine separate Sicherung.

Was kostet das Offboarding mit VEZOZA?

In der laufenden Google-Workspace-Betreuung ist das Offboarding enthalten, mehr unter Preise. Die Lizenzen, auch eine Archived-User-Lizenz, zahlen Sie direkt an Google.

Google Workspace, Gmail, Google Drive, Google Vault und Looker Studio sind Marken von Google LLC. VEZOZA ist mit Google nicht verbunden. Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung.

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